Weiterbildung

Spielend(d) lernen: Kurzschulungen zum Thema „Persönliche Duelle“

Kinder wollen toben, sich bewegen, den großen Vorbildern nacheifern, sie wollen Fußballer*in werden. Das sind optimale Voraussetzungen, um zu lernen. Innerhalb der Fortbildungsreihe „Spielen(d) lernen“ zeigen unsere wfv-Instruktoren, wie ein Training der Jüngsten (Bambini, F+ E-Jugend) strukturiert gestaltet werden kann.

Nachdem „Anbieten und Freilaufen“ zuletzt Gegenstand der Fortbildungsreihe war, steht nun das Thema „Persönliche Duelle erfolgreich gestalten“ auf dem Programm. Kinder wollen Tore erzielen und Tore verhindern, sie wollen intensiv kicken und um den Ball kämpfen. In der Kurzschulung gehen wir darauf ein, wie wir die Prinzipien von Ballgewinn- und Angriffsspiel spielerisch vermitteln können.

Die Kurzschulungen finden dezentral in den Bezirken statt und werden mit 5 Lerneinheiten zur Verlängerung der Trainer C- und B-Lizenz anerkannt. Die Anmeldung erfolgt im DFBnet über den wfv-Veranstaltungskalender.

Spielen – einfach nur Spielen!

Spiele im Kinderfußball laufen auf den ersten Blick häufig sehr chaotisch ab: Riesige Spielertrauben jagen dem Ball hinterher, der Ballbesitzer treibt das Leder soweit es geht nach vorne. Mit dem an sich gut gemeinten Gedanken, Ordnung in dieses Chaos zu bringen, werden im Training bereits mit den Jüngsten alle relevanten Techniken wie z.B. das Passspiel mit der Innenseite, die Ballannahme oder der Vollspannstoß trainiert, ebenso wie das taktische Verhalten. Völlig vergessen wird dabei aber häufig der größte Wunsch der Kinder: Spielen – einfach nur Spielen!

Dass die Kids mit ihrem Wunsch nach mehr Spielanteilen im Training gar nicht so falsch liegen, bestätigt die wissenschaftliche Betrachtung der Thematik. Das sogenannte Spielkompetenzmodell beschreibt die kognitiven Prozesse, die während eines Spiels im Kopf der Kinder ablaufen, in vier Phasen: Die Phase des Wahrnehmens, des Verstehens, des Entscheidens und des Handelns.

Wir üben meistens (zu 75%) nur das Handeln, die allermeisten Balleroberungen im Spiel (80 %) resultieren allerdings aus Leistungen in den ersten drei Phasen des Prozesses – sprich beim Wahrnehmen, Verstehen und Entscheiden. Daher ist es lohnend, eben diese Phasen in den Fokus der Trainingsarbeit zu rücken. Und wie gelingt das am besten? Durch Spielen!

Kurzschulung gibt konkrete Tipps fürs Training

Zu klären ist noch die Frage nach dem WIE? Wie lassen sich Trainingsformen entsprechend gestalten, steuern und anpassen, um Kinder ganz speziell vor Herausforderungen in den Phasen des Wahrnehmens, Verstehens und Entscheidens zu stellen? Methodische Grundsätze sind dabei unverzichtbar und gehören zum elementaren Handwerkszeug eines jeden Trainers. Dabei zeigt sich, dass „Chaos“ im Kinderfußball, bezogen auf die Erkenntnisse des Spielkompetenzmodells, auch bewusst organisiert und gewollt sein kann und durchaus ein berechtigter Teil der Realität im Kinderfußball ist.

Alle Fragen zum Kinderfußball werden vor Ort von den Instruktoren im Rahmen eines praxisorientiertes Training mit den Teilnehmer*innen beantwortet.