Verbandsspitze diskutiert mit Vorstand des Bezirks Bodensee

Die Masterplanperiode 2017 bis 2019 des Deutschen Fußball-Bundes (DFB) sieht als logische Ergänzung der seit 2013 durchgeführten Vereinsdialoge inzwischen auch den Gedankenaustausch zwischen den Fußball-Landesverbänden und deren „Unterorganisationen“, den Kreisen bzw. Bezirken, vor.

Nachdem in Württemberg 2018 der erste sogenannte Bezirksdialog im wfv-Bezirk Rems/Murr seine Premiere erlebte und eine weitere Veranstaltung im selben Jahr im Bezirk Ostwürttemberg stattfand, kam es 2019 zur dritten und jetzt vierten Auflage dieses Formats.

Nach dem Besuch des Bezirks Stuttgart im Frühjahr führte die „Tour“ den wfv-Vorstand nun in den Bezirk Bodensee. Im Schulungsraum der Firma Pfeiffer & May in Weingarten diskutierten, unter Moderation von Philipp Martens, wfv-Präsident Matthias Schöck und 16 weitere Personen „auf Augenhöhe“ und versuchten für Probleme Lösungen zu finden.

Lösungsansätze für Spielbetrieb & Co.

Man beriet über unterschiedlichste Themen und Erwartungen, wobei dem Thema „Kommunikation“ ein besonderes Augenmerk geschenkt wurde. Bezirksjugendleiter Bernd-Stefan Bender stellt fest, dass neben der in der Vergangenheit erfolgten und überaus positiv bewerteten Digitalisierung des Spielbetriebs, seitens der Vereine eine hohe Erwartungshaltung an ehrenamtliche Bezirksmitarbeiter besteht. Bei Fragen werden oftmals sofort verbindliche Antworten erwartet, ohne sich ggf. nochmals rückversichern zu können.

Ein weiterer Punkt, welcher vom Bezirk eingebracht wurde, beschäftigte sich mit dem Thema „Demographischer Wandel und Auswirkungen für unsere Vereine“. Die Wertigkeit der Jugend für Sport- oder Musikvereine sowie die freiwillige Feuerwehr sei auf dem Land höher, so Toni Pfuhl. Auch der soziale Zusammenhalt sei dort teilweise größer, so der Bezirksfunktionär. Im städtischen Raum schwinde diese Wertigkeit der Jugend zusehends. Dort, so Iris Krelowetz, müsse ein Verein für sich durch gute sportliche Arbeit werben und überzeugen, um Zulauf zu erfahren. Die zunehmende Mobilität unserer Gesellschaft bringe es mit sich, dass trotz Zuzug in einer Gemeinde nicht zwingend der erste Weg in den örtlich ansässigen Sportverein führen muss. Zugezogene interessieren sich nicht mehr automatisch für die dort bestehenden Vereinsstrukturen.

Fazit: Der Fußball und seine Vereine müssen wieder verstärkt für sich werben, wobei insbesondere der Weg in die (Ganztags-)Schulen für Vereine als Chance verstanden wird. Ebenso die EM 2024 im eigenen Land, die, so hofft Präsident Schöck, eine ähnliche Begeisterung auslöst, wie die Weltmeisterschaften 2006 und 2014, als der Zulauf an Kindern in unsere Vereine besonders groß war.