Jürgen Kistner, der „Vater der ELB-Inklusionsliga“, wurde nach über 40 Jahren ehrenamtlichen Engagements mit der silbernen Verbandsehrennadel und einem ganz besonderen Dankeschön geehrt.

„DANKE Jürgen!“ – Ein Abschied, der eigentlich keiner ist

Es gibt Menschen, ohne die vieles nicht denkbar wäre. Jürgen Kistner ist einer von ihnen.

Ohne ihn würde es die ELB-Inklusionsliga in ihrer heutigen Form wohl gar nicht geben. Er ist ihr Motor, ihr Wegbereiter und vor allem ihr Herz. Beim Staffeltag der Inklusionsliga am 5. November im Sportheim des SV Vollmaringen wurde der Mann, den viele liebevoll als „Vater der ELBInklusionsliga“ bezeichnen, für sein außergewöhnliches Lebenswerk im Ehrenamt geehrt. Es wurde ein emotionaler Abend voller Dankbarkeit, Wertschätzung und nicht enden wollenden Applauses.

Empathie, Uneigennützigkeit und Idealismus – diese drei Eigenschaften verkörpert Jürgen Kistner wie kaum ein anderer. Seit mehr als vier Jahrzehnten setzt er sich mit unermüdlicher Leidenschaft für andere Menschen ein. Besonders die Inklusion im Fußball ist ihm eine Herzensangelegenheit. Dass aus einer kleinen Spielrunde mit einst vier Mannschaften mittlerweile eine lebendige Inklusionsliga mit 18 Teams geworden ist, trägt ganz wesentlich seine Handschrift.

Dabei ging es Kistner nie um Titel, Ämter oder persönliche Anerkennung. Ihm ging und geht es um die Menschen. Um Teilhabe, Gemeinschaft, Freundschaft und die Freude am Fußball. Darum, dass jeder Mensch seinen Platz findet – unabhängig von seinen Fähigkeiten oder Einschränkungen.

Rückzug in die zweite Reihe – aber kein Abschied

Im kommenden Jahr wird Jürgen Kistner 75 Jahre alt. Für ihn war dies der richtige Zeitpunkt, nach über 40 Jahren ehrenamtlicher Tätigkeit etwas kürzerzutreten. Allerdings bedeutet das keineswegs, dass er der Inklusionsliga den Rücken kehrt. Er möchte lediglich nicht mehr ganz vorne stehen und die Hauptverantwortung tragen.

Seine Erfahrung, sein enormes Wissen und seine über Jahrzehnte gewachsenen Kontakte bleiben der Liga erhalten. Den beiden Nachfolgern Katja Völker, die künftig die organisatorischen Aufgaben übernimmt, und Marco Hayer als neuem Staffelleiter wird er weiterhin mit Rat und Tat zur Seite stehen.

Ein besonderer Dank galt an diesem Abend auch seiner Frau Maria. Sie war und ist ihm bei seinem umfangreichen ehrenamtlichen Engagement immer wieder eine große Stütze. Denn hinter einem solchen Lebenswerk stehen oft auch Menschen, die im Hintergrund mittragen, unterstützen und auf manches verzichten.

Verdienste, die „nicht mit Geld aufzuwiegen sind“

Uli Bernhard, selbst Mitglied im Team der Inklusionsliga, würdigte im Sportheim des SV Vollmaringen die außergewöhnlichen Verdienste von Jürgen Kistner. Was dieser über all die Jahre für die Menschen und die Inklusionsliga geleistet habe, sei „nicht mit Geld aufzuwiegen“.

Wie groß die Wertschätzung für Kistner ist, zeigte sich anschließend bei einer ganz besonderen Geschenkübergabe. Statt eines gewöhnlichen Präsents gab es ein hundertfaches Dankeschön.

Die Teilnehmenden der Inklusionsliga hatten kleine, persönlich gestaltete Dankeschön-Schilder angefertigt. Diese hingen an einem symbolischen „Danke-Baum“, der Jürgen Kistner überreicht wurde. Jedes einzelne Schild stand für ein Stück Dankbarkeit, für gemeinsame Erlebnisse und für die vielen Menschen, deren Leben Kistner durch sein Engagement bereichert hat.

Auch von offizieller Seite gab es eine besondere Würdigung: Wolfgang Ottmar, Vorsitzender des Fußballbezirks Nordschwarzwald, überreichte Jürgen Kistner die silberne Verbandsehrennadel des Württembergischen Fußballverbandes (WFV) als Anerkennung für seine langjährigen Verdienste. Seine Frau Maria wurde mit einem Blumenstrauß bedacht. Und damit es den beiden auch nach diesem emotionalen Abend an nichts fehlt, gab es obendrein noch einen gut gefüllten Geschenkkorb zur Stärkung.

Ein Applaus, der nicht enden wollte

Der wohl bewegendste Moment des Abends ließ sich allerdings weder in eine Urkunde fassen noch an einen Baum hängen. Es war der lang anhaltende Applaus der Anwesenden, der einfach nicht enden wollte. Immer wieder waren dieselben Worte zu hören:

„DANKE Jürgen!“

Zwei Worte, die eigentlich viel zu klein sind für das, was dieser Mann in mehr als vier Jahrzehnten bewirkt hat. Jürgen Kistner tritt nun ins zweite Glied zurück. Doch eines ist sicher: Seine Handschrift, seine Menschlichkeit und sein unerschütterlicher Glaube an die verbindende Kraft des Fußballs werden die ELB-Inklusionsliga noch lange prägen.

Denn ein „Vater der Inklusionsliga“ geht nicht einfach in den Ruhestand. Er bleibt Teil der Familie.