Große Auszeichnung für jahrzehntelanges Engagement – Unter 30 Bewerbern erreicht der SV Vollmaringen einen hervorragenden dritten Platz
SV Vollmaringen gewinnt Bronze beim WLSB-Inklusionspreis 2026
Große Freude beim SV Vollmaringen: Der Verein wurde vom Württembergischen Landessportbund (WLSB) mit dem Inklusionspreis 2026 in Bronze ausgezeichnet. Unter insgesamt 30 Bewerbungen aus ganz Württemberg erreichte der SV Vollmaringen einen hervorragenden dritten Platz. Lediglich der MTV Stuttgart, der mit Gold ausgezeichnet wurde, und die TSG Wilhelmsdorf auf dem Silberrang lagen vor dem Verein. Eine besondere Anerkennung für eine beeindruckende Erfolgsgeschichte, die vor rund 40 Jahren begann und bis heute mit viel Herzblut, Überzeugung und Tatkraft fortgeschrieben wird.
Bei der feierlichen Preisverleihung wurde deutlich, welch hohen Stellenwert gelebte Inklusion inzwischen im organisierten Sport einnimmt. Die Jury zeigte sich beeindruckt von der Qualität und Vielfalt der eingereichten Bewerbungen.
40 Jahre gelebte Inklusion in Vollmaringen
Dass der SV Vollmaringen die Voraussetzungen in besonderer Weise erfüllt, wurde bei der Vorstellung des ausgezeichneten Projekts deutlich. Ein eigens präsentierter Videoclip nahm die Gäste mit auf eine Reise durch vier Jahrzehnte gelebter Partnerschaft zwischen dem Sportverein und der Lebenshilfe.
Was vor rund 40 Jahren als Zusammenarbeit begann, ist längst zu einer festen Gemeinschaft gewachsen. Menschen mit und ohne Behinderung begegnen sich beim SV Vollmaringen ganz selbstverständlich – beim Sport, bei Veranstaltungen und im Vereinsalltag. Gemeinsame Aktivitäten wie das „Sport macht Spaß“-Fest, Fußballturniere und die Teilnahme an einer Inklusionsliga sind Ausdruck dieser besonderen Verbindung.
Ein wichtiger Meilenstein war 2017 die Gründung eines inklusiven Fußballteams. Hier stehen nicht Unterschiede oder Einschränkungen im Vordergrund, sondern die gemeinsame Freude an Bewegung, Sport und Gemeinschaft. Jeder soll die Möglichkeit haben, entsprechend seinen Fähigkeiten mitzumachen und Teil des Teams zu sein.
Doch beim SV Vollmaringen beschränkt sich Inklusion längst nicht auf das sportliche Angebot. Im Jahr 2022 wurde ein umfassender Barriere-Check durchgeführt, um Hindernisse auf dem Vereinsgelände zu erkennen und abzubauen. Mit dem Einbau eines Lifts wurden weitere Voraussetzungen geschaffen, damit Menschen mit eingeschränkter Mobilität am Vereinsleben teilnehmen können.
Ein weiterer Höhepunkt folgte 2024 mit der Einweihung eines inklusiven Spielplatzes. Dieser bietet Kindern mit und ohne Behinderung Möglichkeiten zum gemeinsamen Spielen und Erleben. Dass das Vereinsgelände regelmäßig auch von der Lebenshilfe genutzt wird, zeigt, wie selbstverständlich die Zusammenarbeit inzwischen geworden ist.
Inklusion ist beim SV Vollmaringen keine Sonderaufgabe, sondern gelebter Vereinsalltag. Besonders deutlich wird dies durch einen weiteren wichtigen Schritt: Seit 2024 ist die Inklusion ausdrücklich in der Vereinssatzung verankert. Damit hat der Verein seine langjährige Überzeugung auch strukturell festgeschrieben und ein klares Zeichen für die Zukunft gesetzt.
Die Botschaft des SV Vollmaringen ist dabei ebenso einfach wie überzeugend: „Es ist normal, verschieden zu sein.“ Zusammenhalt, Respekt, Empathie, Geduld und gegenseitige Wertschätzung prägen das Miteinander. Nicht lange diskutieren, sondern gemeinsam anpacken und Lösungen finden – diese Macher-Mentalität hat in Vollmaringen über Jahrzehnte vieles möglich gemacht.
Die Auszeichnung mit Bronze beim WLSB-Inklusionspreis 2026 ist deshalb weit mehr als die Würdigung einzelner Projekte. Sie ist eine Anerkennung für vier Jahrzehnte kontinuierliches Engagement, für gewachsene Freundschaften und für einen Verein, der zeigt, wie Inklusion ganz selbstverständlich funktionieren kann.
Der dritte Platz unter 30 Bewerbern macht deutlich, dass der SV Vollmaringen mit seiner Arbeit weit über die Ortsgrenzen hinaus Maßstäbe setzt. Gleichzeitig ist die Auszeichnung Ansporn, den eingeschlagenen Weg konsequent weiterzugehen.
Denn beim SV Vollmaringen ist Inklusion kein zeitlich begrenztes Projekt, sondern eine Haltung, die seit Jahrzehnten gelebt wird – auf dem Sportplatz, im Vereinsheim und weit darüber hinaus.
