Schiedsrichtergruppe Nördlicher Schwarzwald feiert zehnjähriges Bestehen

Vom Zweckbündnis zur Erfolgsgeschichte

Als erste zwei Schiedsrichtergruppen im Gebiet des Württembergischen Fußballverbandes wagten Freudenstadt und Horb im Jahr 2016 den Zusammenschluss zur gemeinsamen Schiedsrichtergruppe Nördlicher Schwarzwald. Eine Liebesheirat war die Fusion damals nicht. Doch die zunächst aus der Not geborene Zweckgemeinschaft funktionierte vom Start weg. Zehn Jahre später ist die Gruppe stolz darauf, diesen mutigen Schritt gegangen zu sein.
Rund 160 geladene Gäste feierten das Jubiläum im Gemeindesaal der SG Dettingen-Bittelbronn. Neben den Schiedsrichterinnen und Schiedsrichtern mit ihren Familien begrüßte Schiedsrichterobmann Markus Teufel zahlreiche Ehrengäste, darunter Vertreter des Bezirks, des Verbandsschiedsrichterausschusses und befreundeter Schiedsrichtergruppen.

In seiner Rede erinnerte Teufel an die Anfänge der Gruppe. Ende 2015 seien bei ersten Gesprächen mit Andrea Fischer von der Schiedsrichtergruppe Freudenstadt, dem damaligen Verbandsobmann Giuseppe Palilla und Bezirksvorsitzendem Edgar Pakai die Weichen für den Zusammenschluss gestellt worden. Getroffen habe man sich in der „Grünen Au“ in Bergfelden – nicht zuletzt wegen des weithin bekannten Zwiebelrostbratens. „Nur gestärkt kann man gute Entscheidungen treffen“, bemerkte Teufel augenzwinkernd.

Schnell sei damals deutlich geworden, dass die Schiedsrichtergruppe Freudenstadt ihre Aufgaben auf Dauer nicht mehr allein bewältigen konnte. Die Lösung war ebenso naheliegend wie mutig: Aus zwei Gruppen sollte eine gemeinsame werden. Beim Informationsabend am 16. Februar 2016 in Dettlingen wurde jedoch deutlich, wie emotional das Vorhaben aufgenommen wurde. Der Saal war voll, es wurde intensiv diskutiert, und mehrere Verantwortliche legten ihre Ämter nieder.

Auch die Presse begleitete den schwierigen Start mit markigen Überschriften. „Jetzt auch die Schiedsrichtergruppe Freudenstadt fest in Teufels Hand“, hieß es damals in Anspielung auf den Namen des Obmanns. Heute kann Markus Teufel darüber schmunzeln.

Der Erfolg der Gruppe sei allerdings nie das Werk eines Einzelnen gewesen, betonte er. Schiedsrichter, Ausschussmitglieder, Coaches, Beobachter, Paten und zahlreiche weitere Unterstützer hätten gemeinsam dazu beigetragen, aus der schwierigen Ausgangslage eine Erfolgsgeschichte zu machen. Das Ziel sei von Beginn an klar gewesen: alle Spiele zu besetzen, Nachwuchs zu gewinnen, Leistungsschiedsrichter zu entwickeln und den Zusammenhalt zu stärken.
Besonders dankte Teufel den Wegbegleitern der ersten Stunde, darunter Rico Neidinger, Philipp Baur, Andreas Neef, Dietmar Honold, Gerfried Grundke, Heinz Frey, Richard Braun, Walter Hermes, Frieder Eberhardt und Manuel Digeser. An die inzwischen verstorbenen Dietmar Honold und Gerfried Grundke erinnerte er mit großer Dankbarkeit.

Heute zählt die Schiedsrichtergruppe Nördlicher Schwarzwald rund 156 aktive Schiedsrichterinnen und Schiedsrichter. Mit Michael Steimle, Frank Kössig und Lejs Dekic ist sie auch auf Verbandsebene und darüber hinaus erfolgreich vertreten. Zugleich macht die positive Entwicklung im Nachwuchsbereich Hoffnung auf weitere Talente für höhere Aufgaben.

„Ihr seid das Herz unserer Gruppe“, wandte sich Teufel an die Unparteiischen. Woche für Woche seien sie auf den Sportplätzen unterwegs, träfen Entscheidungen unter Druck und sorgten dafür, dass Fußball überhaupt stattfinden könne. Sein Dank galt ebenso den Partnern und Familien, ohne deren Rückhalt dieses zeitintensive Ehrenamt für viele nicht möglich wäre.

Nach dem offiziellen Teil stand das gemeinsame Feiern im Mittelpunkt. Landesliga-Schiedsrichter Michael Steimle führte mit Charme und Witz durch das abwechslungsreiche Programm. Die SG Dettingen-Bittelbronn mit ihrem Chef Dominik Schmid bewirtete die Gäste mit einem Grillbuffet und Dessert, während Markus Teufel mit dem traditionellen Fassanstich den geselligen Teil des Abends eröffnete.

Geschick war beim Kronkorken-Schätzspiel gefragt. In einem großen Alpirsbacher Weizenglas befanden sich genau 423 Kronkorken. Frieder Eberhardt lag mit seinem Tipp lediglich zwei Stück daneben und sicherte sich den ersten Preis. Auf die fünf besten Teilnehmer warteten attraktive Gutscheine sowie Sach- und Erlebnispreise. Für viele Lacher sorgte außerdem ein Quiz nach dem Vorbild der Fernsehsendung „X-Factor – Das Unfassbare“. Dabei mussten die Gäste erraten, welche kuriosen Schiedsrichtergeschichten tatsächlich passiert und welche frei erfunden waren.

Musikalisch begleiteten Bernd Steimle und Judith mit ihrer Liveband den Abend. Mit Popmusik und zahlreichen Wünschen aus dem Publikum sorgten sie für ausgelassene Stimmung und eine gut gefüllte Tanzfläche.
Bis spät in die Nacht wurde gefeiert, gelacht und auf die zurückliegenden zehn Jahre angestoßen. Das Jubiläum zeigte eindrucksvoll, was aus dem einstigen Zweckbündnis geworden ist: eine starke Gemeinschaft, die den Mut zur Fusion nicht bereut hat und zuversichtlich in die Zukunft blickt.