Pressegespräch
Die zweite Saison im neuen Fußballbezirk Schwarzwald/Zollern ist rum
Bezirksvorsitzender Kiekbusch: „Es hat schon auch etwas Besonderes gehabt“
Die zweite Saison im neuen Fußballbezirk Schwarzwald/Zollern ist rum. Bezirksvorsitzender Marcus Kiekbusch sieht den Reformprozess auf einem guten Weg, hadert aber mit einer Sache.
Die Saison 2025/26 ist beendet und damit liegen nun schon zwei Spielzeiten hinter dem neuen Fußballbezirk Schwarzwald/Zollern nach der Fusion der Bezirke Schwarzwald und Zollern. Festzustellen war zum einen, dass die Qualität der Ligen enorm zugenommen hat, allen voran die Bezirksliga. Zum anderen aber mussten die Vereine auch weiterhin teils lange Anfahrten zu Auswärtspartien auf sich nehmen. Nicht selten durchquerten Mannschaften den kompletten Bezirk, der aus dem Landkreis Tuttlingen, dem Kreis Rottweil sowie dem Zollernalbkreis besteht.
Auf der anderen Seite standen neue Begegnungen auf dem Spielplan, die spannende Spiele mit sich brachten, auch wenn dabei das eine oder andere liebgewonnene Lokalderby aus dem Saisonkalender gestrichen werden musste. Neue Gegner, neue Herausforderungen und neue Duelle schufen schnell neue Top-Spiele und interessante Partien für Mannschaften und Zuschauer. Wir haben mit dem Bezirksvorsitzenden Marcus Kiekbusch über die abgelaufene Spielzeit gesprochen, über den Reformprozess nach der Neustrukturierung und wo sich künftig noch Dinge einfinden müssen, damit man die Fusion als vollends abgeschlossen bezeichnen kann.
Herr Kiekbusch, die zweite Saison nach der Strukturreform im Bezirk Schwarzwald/Zollern ist zu Ende gegangen. Auf welchem Stand sehen Sie den Bezirk nach der Fusion und wie fällt Ihre persönliche Bilanz aus?
Marcus Kiekbusch: Gut, mit Ablauf dieser Saison ist ja dann dieser Prozess der Strukturreform letztendlich beendet. Man hat gesehen, dass die einzelnen Staffeln schon sehr an Qualität gewonnen haben. Insbesondere die Bezirksliga und auch nachfolgend dann die Kreisligen, die ebenfalls sehr stark geworden sind. Von dem her zeigt es auch, dass diese Reform die richtige Entscheidung gewesen ist, was ich als Bestätigung dafür sehe, dass wir diesen Weg gegangen sind. Das Qualitätsmerkmal der Ligen ist die eine Sache, die Staffeleinteilung ist eine andere.
Wo wir beim Thema wären: die Staffeleinteilung. Da hat es ja bekanntlich auch im Vorfeld schon immer wieder Kritik von Vereinen gegeben, die mit der Einteilung der einzelnen Staffeln nicht einverstanden waren und mit den weiten Wegen gehadert haben. Wie viel Werbung mussten Sie da machen, um die neue Einteilung der Staffeln den Vereinen zu verkaufen? Wie hat sich die Resonanz darauf entwickelt?
Wir haben beim Informationsabend bereits im Frühling dieses Jahr deutlich gemacht und versprochen, dass die neue Einteilung der Staffeln mehr auf die Region bezogen sein wird. Und klar stimme ich der Kritik von manchen Vereinen zu, dass man von den Klubs schon sehr viel abverlangt hat, was die einzelnen Wegstrecken zu Auswärtsspielen bedeutet haben.
Wir haben beim Informationsabend bereits im Frühling dieses Jahr deutlich gemacht und versprochen, dass die neue Einteilung der Staffeln mehr auf die Region bezogen sein wird.
Marcus Kiekbusch
Es gab ja auch nicht nur Kritik …
Es war aber letztendlich auch ein Stück weit eine Chance, neue Vereine, neue Mannschaften, neue Sportplätze kennenzulernen. Und das war deshalb nicht nur schlecht. Aber wie zuvor erwähnt: Ich habe auch vollstes Verständnis für die Vereine, dass die zurückliegende Saison nicht immer ganz einfach war.
Man hat aber auch eine Reihe von positiven Rückmeldungen bekommen mit der Staffeleinteilung. Und zumindest im Bezirksoberhaus, der Bezirksliga, wird das weiter auch so bleiben. Wurde auch positive Resonanz an euch herangetragen?
Wenn man bei den einzelnen Spielen mit den Vereinen spricht, das gilt dann auch für die Pokalwettbewerbe, kann ich dem nur zustimmen, dass es auch positive Resonanz gegeben hat. Wie eben schon gesagt – neue Vereine und neue Sportplätze kennenlernen. Und es ist auch positiv rübergekommen, dass die Vereine sich überall wohlgefühlt haben. Ich war selbst dabei, als gleich zu Beginn der ersten Saison 2024/25 im neuen Bezirk der SV Winzeln in der Bezirksliga gegen den FC Pfeffingen gespielt hat und die Pfeffinger mit der Mannschaft mit dem Bus angereist kam. Die sind einmal von einem Ende des Bezirks bis ans andere gefahren für die Partie. Also es hat schon auch etwas Besonderes gehabt, diese neue Zusammenführung.
Wie fällt Ihre Bilanz zu den Relegationsspielen aus, die ja quer über den Bezirk verteilt waren? Wie war da die Stimmung bei den Vereinen und den Zuschauern?
Die Stimmung war sicherlich durchgängig gut. Was sich aber ein bisschen gezeigt hat: Die Zuschauerresonanz war nicht ganz so groß, wie ich es selbst erwartet hatte. Wenn ich allein das Spiel SV Heiligenzimmern gegen den TSV Benzingen nehme, da waren es vielleicht 500 Zuschauer. Da ging es um den Aufstieg in die Bezirksliga. Also, hier hätte ich schon auch gedacht, dass es mehr Zuschauer bei solch einem Spiel hat. Das sage ich aber auch über die anderen Partien, wo es um Aufstiege und Abstiege ging. Ich habe noch keine aktuelle Auswertung, aber ich denke, dass es durchaus einen Rückgang bei den Zuschauerzahlen zu verzeichnen gegeben hat.
Liegt das Ihrer Meinung am System, wie die Spielorte ausgewählt werden?
Letztendlich schreiben wir die Spielorte früh genug aus, dass sich die Vereine um Relegationsspiele und die Pokalspiele bewerben können. Und wir können am Ende der Saison auch nur diese vorliegenden Bewerbungen berücksichtigen. Die räumliche Nähe zu einem Spiel können wir bei der Vergabe nicht vorhersagen, da wir nicht wissen, wer in die Relegation muss. Wir können somit nur die Vereine berücksichtigen, die sich dafür im Vorfeld beworben haben.
Hätten Sie eine Idee, wie man diese Relegationsspiele attraktiver machen könnte, damit der Zuspruch der Zuschauer größer ist?
So ein Aufstiegsspiel und die Chance, die nächste Runde in einer höheren Liga zu spielen, ist im Grunde schon das Höchste. Da könnte man schon erwarten, dass das mehr Zuschauer anzieht. Die Frage wäre allerdings, ob die Relegationsspiele besser mit Hin- und Rückspiel funktionieren würden, so wie in der Oberliga üblich ist. In den unteren Klassen wird nur nach dem Prinzip gespielt, dass nach nur einem Spiel der Verlierer raus ist.
Noch ein Wort zum Bezirkspokalfinale. Es gab ein Zollern-Derby bei den Männern und ein Schwarzwald-Derby bei den Frauen. Wie zufrieden sind Sie mit dem Pokalfinale insgesamt?
Es ist egal, ob Schwarzwald oder Zollern – wir sind jetzt ein Bezirk! Es waren Derbys, was natürlich immer besonders ist. Es hat mir ausgezeichnet gefallen – bis auf das Wetter. Aber dafür konnten wir nichts. Bei den Damen hat es der liebe Gott noch gut mit uns gemeint. Bei den Herren hat es dann geregnet, aber es hat der Stimmung trotzdem keinen Abbruch getan. Es waren sehr viele Zuschauer da.
Und die Stimmung und die Atmosphäre haben gepasst?
Es war eine gute Stimmung, eine spannende Stimmung. Und auch das ganze Rundum-Paket mit Möbel Fetzer war sicherlich einzigartig. Allein schon die Pressekonferenz, die wir nicht wie sonst gemacht haben, dass man an einem Tisch sitzt und spricht, sondern die teilnehmenden Mannschaften in einer Küche zusammen eine Pizza gebacken haben und somit ins Gespräch gekommen sind. Das war im Verbandsgebiet einzigartig.
Zum Schluss ein Blick auf die kommende Saison. Gibt es etwas, worauf Sie sich als Bezirksvorsitzender schon freuen?
Ich hoffe, dass der eingeschlagene Weg, den wir begonnen haben zu gehen, so weitergeht, dass wir weiterhin das Vertrauen gewinnen, dass die Reform und die Zusammenführung der beiden Bezirken positiv zu bewerten ist und dass man dann in ein paar Jahren sagen wird: Das war wirklich die richtige Entscheidung. Das kann man auch jetzt schon sehen: Die Zahl der Spielgemeinschaften nimmt zu, die Zahl der beim Spielbetrieb gemeldeten Mannschaften verzeichnet einen Rückgang.
(Quelle: Schwäbische /David Zapp)
