BLEIB FAIR
Lars Erbst adelt Monatssieger Benedikt Fischer: „Das zeugt von echter Größe“
Manchmal sind es nicht Tore oder spektakuläre Spielzüge, die im Fußball besonders in Erinnerung bleiben, sondern Momente, in denen Haltung gezeigt wird. Benedikt Fischer von der SVGG Hirschlanden-Schöckingen hat im März für genau solch einen Moment gesorgt und wurde nun als BLEIB FAIR-Monatssieger März ausgezeichnet. Am Dienstagabend fand auf dem Sportgelände in Hirschlanden die offizielle Ehrung im Kreis der Mannschaft und Verantwortlichen statt.
Top-Schiedsrichter zollt Respekt
Die Auszeichnung übernahm Zweitliga-Schiedsrichter Lars Erbst von der Schiedsrichtergruppe Leonberg. Der wfv-Top-Schiri war selbst früher als Jugendspieler des FC Gerlingen in der Region aktiv. „Das war eine außergewöhnliche Aktion. Gegner und Schiedsrichter haben beide die Aktion gemeldet: Ihr spielt um den Aufstieg, seid in Unterzahl und könnt die Partie entscheiden – und trotzdem verzichtest du auf das Tor. Das zeugt von echter Größe“, lobte Erbst bei der Übergabe.
Ausgezeichnet wurde Fischer für seine Fairplay-Aktion in der Kreisliga-B-Partie beim TV Möglingen II. Die SVGG Hirschlanden-Schöckingen führte mit 1:0 und war nach einer Roten Karte in Unterzahl, als sich in der 70. Minute die Chance zur Vorentscheidung ergab. Ein langer Ball erreichte die Nummer 10, Benedikt Fischer, der sich durchsetzen konnte und ins leere Tor einschob. Der Treffer wurde zunächst anerkannt. „Dann hat der Schiedsrichter mich aus der Jubeltraube geholt. Er hat gefragt, ob ich den Ball mit der Hand berührt habe. Im ersten Moment erschrickt man, aber für mich stand außer Frage, das direkt zuzugeben.“ Das Tor wurde folgerichtig zurückgenommen.
Der sportliche Leiter der SVGG, Gianluca Bernert, vermerkt: „Zu dem Zeitpunkt wussten wir noch nicht, dass wir kurze Zeit später das 1:1 bekommen würden und am Ende auf zwei Punkte verzichten.“ Dennoch: „Das war für unser Team natürlich bitter. Im Nachhinein waren wir uns aber alle einig und würden es wieder so machen.“ Statt eines möglichen Auswärtssiegs nahm die Sportvereinigung nur einen Punkt mit.
Wertschätzung und starke Preise
Besonders bemerkenswert: Fischer ist mit 22 Treffern Top-Torjäger seiner Mannschaft. Auf Treffer Nummer 23 verzichtete er in dem Fall bewusst zugunsten des Fairplay-Gedankens: „Für mich war das in dem Moment selbstverständlich. Ich hätte mich nicht gut gefühlt, wenn das Tor gezählt hätte oder wenn ich den Schiedsrichter angelogen hätte.“ Aktuell fehlt der Goalgetter und frisch gekürter BLEIB FAIR-Sieger der Mannschaft aufgrund einer Schulterverletzung. Es hätte die Abschlusssaison werden sollen, nun denkt Benedikt Fischer noch einmal darüber nach, die Schuhe für eine weitere Saison zu schnüren.
Neben der offiziellen DFB-Fairplay-Urkunde übergab Lars Erbst als Anerkennung einen adidas-Rucksack, ein Fairplay-Handtuch sowie zwei Tickets für ein Spiel seiner Wahl im Verbandsgebiet. Für den Bayer, der erst vor wenigen Jahren nach Württemberg gekommen war, steht außer Frage, wofür dieser Gutschein eingelöst werden soll: „Ich bin Fan des FC Bayern München – und würde daher gerne zu einem Heimspiel des VfB gegen die Münchner.“
Für eine zusätzliche Anerkennung sorgte der Ehrenamts-Beauftragte des Bezirks Enz/Murr, Armin Rau – er lud Fischer zur Ehrenamtsveranstaltung des Bezirks ein: „Wir sind stolz, Spieler und Vorbilder wie dich in unseren Reihen zu haben.“

