Trainerausbildung im Senegal
wfv-Delegation zum zweiten Mal im Senegal: Erfolgreiche Trainerausbildung
Württemberg und der Senegal – der Grundstein für ein ganz besonderes, völkerverbindendes Projekt wurde bereits vor vier Jahren gelegt: Im Rahmen eines Besuchs von Dr. Joy Alemazung, Bürgermeister der Gemeinde Heubach im Ostalbkreis, reiste eine Delegation aus Wirtschaft und Bildung in den Stadtteil Parcelles Assainies der senegalesischen Hauptstadt Dakar. Die Idee dahinter: Lokal denken, global handeln – und dabei voneinander lernen. Schnell entstanden persönliche Verbindungen, unter anderem zwischen Jens-Peter Schuller (Vorsitzender des Fußballbezirks Ostwürttemberg) und Bürgermeister Aboubacar Djamil Sané. Aus dieser Begegnung entwickelte sich eine Partnerschaft, in der Fußball eine zentrale Rolle spielt.
Beim Württembergischen Fußballverband erkannte man früh das Potenzial dieses Austauschs und beschloss im Jahr 2022, die Kooperation aktiv zu unterstützen. Dabei liegt der inhaltliche Schwerpunkt auf der Qualifizierung von Trainerinnen und Trainern, einer Kernaufgabe des Fußball-Landesverbandes. Ein erster Lehrgang für Kinder- und Jugendtrainer zum Jahreswechsel 2024/2025 war ein voller Erfolg und war die Basis für eine Fortsetzung des Austauschs.
Trainerwissen trifft Begeisterung
Den zweiten Besuch unternahmen Norbert Stippel, Dolmetscherin Fiona Sieler und Jens-Peter Schuller in den Tagen rund um Ostern 2026. Rund 20 angehende Trainer meldeten sich für den Lehrgang an, der Theorie und Praxis gleichermaßen beinhaltet. Während die Einheiten zur Trainingslehre und Persönlichkeitsentwicklung im örtlichen Rathaus stattfanden, wurde auf dem Platz im Stadion des Dakarer Stadtteils Parcelles intensiv gearbeitet.
Norbert Stippel, Leiter des NLZ der Stuttgarter Kickers, vermittelte praxisnah die Grundlagen moderner Trainingsarbeit und brachte wertvolle Impulse für die tägliche Arbeit mit Kindern und Jugendlichen. Was diesen Lehrgang besonders machte, war jedoch die Atmosphäre. Eine hochmotivierte Gruppe, geprägt von Neugier, Offenheit und echter Begeisterung. Es wurde konzentriert gearbeitet, leidenschaftlich diskutiert. Ein kultureller Austausch, der weit über den Fußball hinausging.
Mehr als Fußball – ein Gewinn für alle Seiten
Auch abseits des Lehrgangs bot sich die Gelegenheit, die Fußballkultur Senegals hautnah zu erleben. Beim Länderspiel der Nationalmannschaft von Senegal gegen Gambia erlebte die Delegation die einzigartige Stimmung eines ausverkauften Stadions in Dakar. Die Les Lions de la Teranga begeisterten ihre Fans nicht nur mit einem 3:1-Sieg, sondern auch mit ihrer mitreißenden Art, Fußball zu leben und zu feiern. Noch im Januar hatte das Team aus dem Senegal das Finale im Afrika-Cup gegen den Gastgeber Marokko mit 1:0 nach Verlängerung gewonnen.
Für den wfv ist dieses Projekt weit mehr als eine internationale Maßnahme: Es ist ein gelebter Austausch auf Augenhöhe, der Perspektiven erweitert, neue Impulse setzt und zeigt, welche gesellschaftlich verbindende Kraft im Fußball steckt.

