Vertragsspieler im wfv

Vertragsspieler ist, wer über sein Mitgliedschaftsverhältnis hinaus einen schriftlichen Vertrag mit seinem Verein abgeschlossen hat und über seine nachgewiesenen Auslagen hinaus Vergütungen oder andere geldwerte Vorteile von mindestens 250 Euro monatlich erhält. Verträge bedürfen der Schriftform, müssen den Voraussetzungen der DFB- und wfv-Spielordnung entsprechen und dürfen keine Vereinbarungen enthalten, die gegen die Satzungen und Ordnungen des DFB und seiner Mitgliedsverbände verstossen.

Die Vereine und Spieler sind verpflichtet, Vertragsabschlüsse (eingesannt per wfv-Postfach), Vertragsverlängerungen (online in DFBnet Pass-Online) sowie vorzeitige Vertragsbeendigungen durch einvernehmliche Auflösungen oder fristlosen Kündigungen (online in DFBnet Pass-Online) unverzüglich anzuzeigen (innerhalb von 14 Tagen nach Vertragsunterzeichnung). Nicht unverzüglich vorgelegte bzw. angezeigte Vertragsabschlüsse, Vertragsänderungen, Vertragsverlängerungen oder Vertragsbeendigungen können im Rahmen des Vereinswechselverfahrens nicht zugunsten des abgebenden Vereins anerkannt und berücksichtigt werden. Bei Versäumnis wird zusätzlich ein Sportgerichtsverfahren eingeleitet (§78 Rechts- und Verfahrensordnung),  Geldstrafe mind. 250 Euro.

Abgeschlossene Verträge müssen bis zum Ende eines Spieljahres (30.6.) laufen. Vertragsinhalt muss sein, dass die steuerlichen und sozialversicherungsrechtlichen Abgaben abgeführt werden. Wird der Nachweis der Abführung nicht binnen drei Monaten nach Vertragsabschluss erbracht (online in DFBnet-Pass-Online), ruht die Spielerlaubnis für den Spieler bis zur Erfüllung der Nachweispflicht.

Die Spielberechtigung eines Vertragsspielers ist auf die Vertragslaufzeit begrenzt, es sei denn, der Vertrag wird rechtzeitig (ohne Unterbrechung) verlängert und die Vertragsverlängerung durch Online-Anzeige in DFBnet Pass-Online angezeigt.

Nach Vertragsende erlischt automatisch die Spielerlaubnis für den Verein. Ein danach resultierender Spieleinsatz käme einem Spielen ohne Spielerlaubnis gleich.
Sollte der Spieler nach Vertragsende als Amateur beim Verein weiterspielen wollen, ist die Statusänderung mittels entsprechendem Antrag zu beantragen.

Besonderheit: Vorzeitige Vertragsauflösung im 1. Vertragsjahr

Wird nach einem Vereinswechsel eines Vertragsspielers der Vertrag vorzeitig im ersten Vertragsjahr beendet (z.B. durch einvernehmliche Vertragsauflösung) und will der Spieler sein Spielrecht als Amateur, also ohne vertragliche Bindung, beim bisherigen Verein oder einem anderen Verein ausüben, so ist die in § 16, Nr. 3.2 der wfv-Spielordnung vorgesehenen Entschädigung an den früheren Verein Voraussetzung für die Erteilung einer Spielberechtigung. Die Tabelle mit den Entschädigungsbeträgen finden Sie hier.

Vereinswechsel als Vertragsspieler

Ein Vereinswechsel eines Vertragsspielers kann grundsätzlich nur in den zwei Wechselperioden stattfinden.

Wechselperiode I (01.07. bis 31.08.)

Beim Vereinswechsel eines Vertragsspielers, dessen Vertrag durch Zeitablauf oder einvernehmliche Vertragsauflösung beendet ist, und der beim aufnehmenden Verein Vertragsspieler wird, ist in der Zeit vom 1.7. bis 31.8. eine Spielerlaubnis mit sofortiger Wirkung zu erteilen. Der Vertragsbeginn muss in der Wechselperiode I (Juli/ August) sein und der abzuschliessende Vertrag muss eine Mindestlaufzeit bis zum Ende des Spieljahres (30.6.) haben. Dasselbe gilt bei Statusänderung für einen Amateur, der beim aufnehmenden Verein Vertragsspieler wird.

Eine Entschädigungszahlung bei einem Vereinswechsel zum Vertragsspieler fällt nicht an. Dies gilt auch dann, wenn der abgebende Verein eine Nichtzustimmung angezeigt hat.

Eine sofortige Spielerlaubnis bei einem Vereinswechsel von Amateur zum Vertragsspieler ist auch dann mit sofortiger Wirkung zu erteilen, wenn der Spieler in der Wechselperiode I bereits einen Wechsel als Amateur vollzogen hat. Wenn dem Spieler als Amateur die sofortige Spielerlaubnis aufgrund der Zahlung eines Entschädigungsbetrages erteilt worden ist, der Spieler aber den Vereinswechsel mit Statusveränderung zum Vertragsspieler vornehmen möchte, ist der an den abgebenden Verein für den ersten Wechsel vorgesehene Entschädigungsbetrag nach § 16, Ziffer 3.2. der wfv-Spielordnung zu entrichten. Den Nachweis der Zahlungsentschädigung hat der aufnehmende Verein, welcher den Spieler als Vertragsspieler verpflichtet hat, vorzulegen. Als Nachweis zur Erteilung der Spielerlaubnis wird auch akzeptiert, wenn der abgebende Verein eine schriftliche, verbindliche Freigabezusicherung abgibt.

Wechselperiode II (01.01. bis 31.01.)
Der Vereinswechsel eines Vertragsspielers (einschließlich Statusveränderung) ist in der Wechselperiode II (1.1. bis 31.1.) nur mit Zustimmung des abgebenden Vereins möglich.

Der späteste Vertragsbeginn muss der 01.02. sein und der abzuschliessende Vertrag muss eine Mindestlaufzeit bis zum Ende des Spieljahres (30.6.) haben.

Der Antrag auf Vereinswechsel und eine Vertragsausfertigung müssen mit der Zustimmung des abgebenden Vereins innerhalb der Wechselperiode II in der wfv-Passstelle eingegangen sein.

Vertragsbeendigung und folgender Vereinswechsel als Amateur

Auch für Vertragsspieler besteht nach Vertragsbeendigung (sowohl nach Vertragsbeendigung aufgrund Zeitablauf als auch bei einer vorzeitigen Vertragsbeendigung) die Pflicht zur Abmeldung beim abgebenden Verein. (siehe § 23, Nr. 11 wfv-Spielordnung). Die entsprechende Online-Abmeldung des Spielers in DFBnet Pass Online ist vom abgebenden Verein unverzüglich im DFBnet einzugeben (spätestens 14 Tage nach der Abmeldung).

Erklärvideo | Vertragsspieler