Vertragsspieler im wfv

Allgemeines – Grundsätze

Vertragsspieler ist, wer über sein Mitgliedschaftsverhältnis hinaus einen schriftlichen Vertrag mit seinem Verein abgeschlossen hat und über seine nachgewiesenen Auslagen hinaus Vergütungen oder andere geldwerte Vorteile von mindestens 250 Euro monatlich erhält. Verträge bedürfen der Schriftform, müssen den Voraussetzungen der DFB- und wfv-Spielordnung entsprechen und dürfen keine Vereinbarungen enthalten, die gegen die Satzungen und Ordnungen des DFB und seiner Mitgliedsverbände verstossen. Es wird empfohlen, Verträge in dreifacher Ausfertigung (je eine Ausfertigung Verein, Spieler und wfv-Passstelle) zu erstellen.

Die Vereine und Spieler sind verpflichtet, Vertragsabschlüsse, Änderungen sowie die Verlängerung von Verträgen, unverzüglich durch Zusendung der Vertragsausfertigung der wfv-Passstelle anzuzeigen. Ebenfalls unverzüglich der wfv-Passstelle anzuzeigen sind vorzeitige Vertragsbeendigungen durch einvernehmliche Auflösungen oder fristlosen Kündigungen. Nicht unverzüglich vorgelegte bzw. angezeigte Vertragsabschlüsse, Vertragsänderungen, Vertragsverlängerungen oder Vertragsbeendigungen können im Rahmen des Vereinswechselverfahrens nicht zugunsten des abgebenden Vereins anerkannt und berücksichtigt werden.

Abgeschlossene Verträge müssen bis zum Ende eines Spieljahres (30.6.) laufen. Der Abschluss eines Vertrages ist während eines Spieljahres auch für die laufende Spielzeit möglich. Vertragsinhalt muss sein, dass die steuerlichen und sozialversicherungsrechtlichen Abgaben abgeführt werden. Wird der Nachweis der Abführung nicht binnen drei Monaten nach Vertragsabschluss erbracht, ruht die Spielerlaubnis für den Spieler bis zur Erfüllung der Nachweispflicht.

Sollte aufgrund eines Vertragsabschlusses ein Vereinswechsel erforderlich sein, ist der aufnehmende Verein verpflichtet, rechtzeitig einen schriftlichen Antrag auf Vereinswechsel der wfv-Passstelle vorzulegen. Mit Beginn des wirksam angezeigten Vertrages erlischt eine bis dahin geltende Spielberechtigung für einen anderen Verein.

Die Spielberechtigung eines Vertragsspielers ist auf die Vertragslaufzeit begrenzt, es sei denn, der Vertrag wird rechtzeitig (ohne Unterbrechung) verlängert und die Vertragsverlängerung durch Vorlage einer Vertragsausfertigung der wfv-Passstelle übermittelt.

Nach Vertragsende erlischt automatisch die Spielerlaubnis für den Verein. Ein danach resultierender Spieleinsatz käme einem Spielen ohne Spielerlaubnis gleich.
Sollte der Spieler nach Vertragsende als Amateur beim Verein weiterspielen wollen, ist die Statusänderung mittels entsprechendem Antrag zu beantragen.

Besonderheit: Vorzeitige Vertragsauflösung im 1. Vertragsjahr

Wird nach einem Vereinswechsel eines Vertragsspielers der Vertrag vorzeitig im ersten Vertragsjahr beendet (z.B. durch einvernehmliche Vertragsauflösung) und will der Spieler sein Spielrecht als Amateur, also ohne vertragliche Bindung, beim bisherigen Verein oder einem anderen Verein ausüben, so ist die in § 16, Nr. 3.2 der wfv-Spielordnung vorgesehenen Entschädigung an den früheren Verein Voraussetzung für die Erteilung einer Spielberechtigung. Die Tabelle mit den Entschädigungsbeträgen finden Sie hier.

Vereinswechsel als Vertragsspieler einschließlich Statusveränderung von Amateur zum Vertragsspieler

Ein Vereinswechsel eines Vertragsspielers kann grundsätzlich nur in den zwei Wechselperioden stattfinden.

Wechselperiode I (01.07. bis 31.08.)

Beim Vereinswechsel eines Vertragsspielers, dessen Vertrag durch Zeitablauf oder einvernehmliche Vertragsauflösung beendet ist, und der beim aufnehmenden Verein Vertragsspieler wird, ist in der Zeit vom 1.7. bis 31.8. eine Spielerlaubnis mit sofortiger Wirkung zu erteilen. Der Vertragsbeginn muss in der Wechselperiode I (Juli/ August) sein und der abzuschliessende Vertrag muss eine Mindestlaufzeit bis zum Ende des Spieljahres (30.6.) haben. Dasselbe gilt bei Statusänderung für einen Amateur, der beim aufnehmenden Verein Vertragsspieler wird.

Eine Entschädigungszahlung bei einem Vereinswechsel zum Vertragsspieler fällt nicht an. Dies gilt auch dann, wenn der abgebende Verein eine Nichtzustimmung angezeigt hat.

Eine sofortige Spielerlaubnis bei einem Vereinswechsel von Amateur zum Vertragsspieler ist auch dann mit sofortiger Wirkung zu erteilen, wenn der Spieler in der Wechselperiode I bereits einen Wechsel als Amateur vollzogen hat. Wenn dem Spieler als Amateur die sofortige Spielerlaubnis aufgrund der Zahlung eines Entschädigungsbetrages erteilt worden ist, der Spieler aber den Vereinswechsel mit Statusveränderung zum Vertragsspieler vornehmen möchte, ist der an den abgebenden Verein für den ersten Wechsel vorgesehene Entschädigungsbetrag nach § 16, Ziffer 3.2. der wfv-Spielordnung zu entrichten. Den Nachweis der Zahlungsentschädigung hat der aufnehmende Verein, welcher den Spieler als Vertragsspieler verpflichtet hat, vorzulegen. Als Nachweis zur Erteilung der Spielerlaubnis wird auch akzeptiert, wenn der abgebende Verein eine schriftliche, verbindliche Freigabezusicherung abgibt.

Wechselperiode II (01.01. bis 31.01.)
Der Vereinswechsel eines Vertragsspielers (einschließlich Statusveränderung) ist in der Wechselperiode II (1.1. bis 31.1.) nur mit Zustimmung des abgebenden Vereins möglich.

Der späteste Vertragsbeginn muss der 01.02. sein und der abzuschliessende Vertrag muss eine Mindestlaufzeit bis zum Ende des Spieljahres (30.6.) haben.

Der Antrag auf Vereinswechsel und eine Vertragsausfertigung müssen mit der Zustimmung des abgebenden Vereins innerhalb der Wechselperiode II in der wfv-Passstelle eingegangen sein.

Erklärvideo DFBnet: Online-Anzeige einer Vertragsverlängerung eines Vertragsspielervertrags

Erklärvideo DFBnet: Online-Anzeige einer vorzeitigen Vertragsbeendigung eines Vertragsspielervertrags