Kinderfußball

Startschuss im Kinderfußball: Kleine Tore, großer Spaß

Mehr Spielzeit, mehr Ballkontakte, mehr Dribblings, mehr Tore. Das sind die Schlagwörter, mit denen die neuen Spielformen im Kinderfußball überzeugen. An 25 Spielorten rollte der Ball bereits am vergangenen Wochenende, am kommenden Wochenende heißt es in 28 Spielorten in den Bezirken Bodensee, Donau/Iller, Hohenlohe und Rems/Murr: „Willkommen beim Fußball“. Im Rahmen der Aktionsspieltage werden die jüngsten Kicker*innen beim Fußball begrüßt.

Die Liste mit Terminen und Spielorten gibt´s hier. Die Anmeldung erfolgt über den Bezirk (eine Mitgliedschaft in einem Verein ist nicht erforderlich).

Kleinere Spielfelder, kleinere Teams

Grundsätzlich wird in den neuen Spielformen mit weniger Kindern auf kleineren Feldern gekickt. So erhöht sich die Zahl der Ballkontakte, Dribblings, Tore und somit Erfolgsmomente. Kinderfußballexperte und wfv-Ausbilder Alexander Stoppel treibt diese Entwicklung beim wfv in einer eigens eingerichteten AG Kinderfußball voran. Diese wurde 2019 von der Verbandsjugendleitung um den Vorsitzenden Michael Supper und seinen Stellvertreter Helmut Ebermann eingerichtet. Michael Supper: „Wir waren von Anfang an überzeugt vom Prinzip des Kleinfeldfußballs und möchten Jugendleiter und Kindertrainer in unserem Verbandsgebiet die Vorzüge erleben lassen.“

Soziale Kompetenz der Kinder stärken

Mit den kleineren Spielfeldern soll das Ergebnis in den Hintergrund, die individuelle Entwicklung der Kinder in den Vordergrund rücken. Bei den Bambini und in der F-Jugend, bei den Jüngsten also, werden im wfv keine Meisterschaftswettbewerbe ausgetragen, stattdessen treffen sich die Vereine zu Spieltagen in der sogenannten „Fairplay-Liga“. Stoppel: „Die soziale und sportliche Entwicklung der Kinder sowie die Freude am Spiel stehen für uns im Zentrum.“

Fußball ist, spätestens mit dem Aufkommen der Bambini, die klassische Einstiegssportart für Kinder. Dementsprechend lastet eine Verantwortung für die Entwicklung der Kinder auf dem Fußball, meint wfv-Verbandsjugendleiter Michael Supper: „Dass nicht nur die sportliche, sondern auch die soziale Kompetenz der Kinder entwickelt wird, halte ich für eine zentrale Stärke der neuen Spielformen im Kinderfußball.“ Wie in der Fair-Play-Liga in den unteren Altersklassen seit Jahren gewohnt, sollen die Kinder die Spielregeln möglichst selbstständig umsetzen (zu den Regeln der Fairplay-Liga). Schiedsrichter sind nicht im Einsatz, Trainer und Betreuer fungieren als Turnierleiter und sollen nur bei Bedarf eingreifen.

Die Entwicklung ist in vollem Gange

Grundsätzlich ist der Kinderfußball eine verhältnismäßig junge Form des traditionellen Fußballs. Erst Mitte der 90er-Jahre senkte sich das Eintrittsalter der Kinder auf 5/6-jährige Bambini ab. Obwohl es bereits Ende der 80er-Jahre erste Bemühungen durch den damaligen, zwischenzeitlich leider viel zu früh verstorbenen wfv-Verbandstrainer Thomas Albeck gab, die Spielfelder im Kinderfußball zu verkleinern, wurden die Systeme des Erwachsenenfußballs den Kindern für lange Zeit einfach „übergestülpt“.

Der Prozess, kindgerechte Spielformen zu entwickeln, ist mittlerweile in vollem Gange. Im Rahmen eines DFB-Piloten beteiligen sich inzwischen alle Landesverbände. Ein Video vom Pilotspieltag des wfv in Weiler zum Stein finden Sie anbei.

Eindrücke vom Pilotspieltag 2020