Gewaltprävention im wfv

Gewaltpräventionsseminare - "Coolnesstraining"

Das „Coolnesstraining“, im Sinne der sekundären Gewaltprävention, richtet sich an Mannschaften, die Spieler mit Tendenzen zu aggressivem Verhalten in ihren Reihen aufweisen. Präventiv können hier Verein ihre ganze Mannschaft oder eben diese Spieler*innen zum Coolnesstraining beim wfv anmelden. In einem praxisorientierten Gruppen-Workshop werden gemeinsam Strategien erarbeitet, die in Konfliktsituationen angewendet werden können, um drohende Konflikte frühzeitig zu unterbinden.

Die tertiäre Gewaltprävention wendet sich schließlich an die kleinste Zielgruppe, nämlich an diejenigen, die bereits als „Straffällige“ sichtbar wurden. Ihr kommt eine große Bedeutung zu, weil Erfolge und Misserfolge sichtbarer und messbarer als bei den anderen Präventionsarten zu Tage treten. Dies liegt auch am hohen Ziel, den Ursachen für Gewalt einzelfallorientiert entgegenzuwirken und erneute Gewalttätigkeiten möglichst dauerhaft zu verhindern. § 23 unserer Rechts- und Verfahrensordnung erlaubt es, unter bestimmten Bedingungen, zusätzlich zu Sperr- oder Geldstrafen, auch anlassbezogen Weisungen auszusprechen – von der Entschuldigung bei einem Mitspieler über die Teilnahme an einem Mediationsverfahren bis hin zur Mitwirkung an einer Gewaltpräventionsmaßnahme. Je nach Abhängigkeit des Falls, kann es sich hierbei um einzelne Spieler, aber auch um ganze Mannschaften handeln.

Für solch eine anspruchsvolle Aufgabe benötigt es jedoch einiges an Expertise, weshalb sich der wfv – auch aus Erfahrungen in der Vergangenheit – um externe Unterstützung bemühte. Auch für diese Aufgabe konnte der renommierte Verein ZKV Kampus (ehemals Zweikampfverhalten e.V.) gewonnen werden. Im Mittelpunkt der Schulungsveranstaltungen stehen die Schlagworte Respekt, Toleranz und faires Miteinander im Sport und im Alltag. Es geht also nicht um eine rückwärtsgewandte Fallaufarbeitung, sondern vielmehr um Hilfestellung und Anregungen, wie in der Zukunft respektvoll, fair und tolerant im Sport agiert werden kann, um Rückfälle möglichst zu vermeiden. Gearbeitet wird in diesem Rahmen viel mit Rollenspielen, die den Teilnehmern einen gewinnbringenden Perspektivenwechsel eröffnen.

Unter der Leitung von Rebekka Henrich, Gründerin von ZKV Kampus (ehemals Zweikampfverhalten e.V.) und ihrem Team fanden bereits über 130 Seminare mit mehr als 80 Mannschaften und über 900 Teilnehmern statt. Der wfv bedankt sich an dieser Stelle bei seinem verlässlichen Kooperationspartner und freut sich auf eine weiterhin intensive und erfolgreiche Zusammenarbeit.

Gerade die Teilnahme an einer Gewaltpräventionsmaßnahme hat sich in vielen Fällen als wirksames Mittel erwiesen, weil diese einen betroffenen Spieler dazu bewegt, Zeit zu investieren und über sich und sein Verhalten nachzudenken. Oft erzielt diese Maßnahme eine bessere, vor allem eine nachhaltigere Wirkung, als dies durch eine Sperre oder eine Geldstrafe erreicht werden könnte. Denn das „Coolnesstraining“ verlangt eigene Initiative, verlangt Auseinandersetzung mit dem eigenen Fehlverhalten und wirkt deshalb eindringlicher als die Bezahlung eines Geldbetrages oder das Fehlen bei einem oder mehreren Spielen der eigenen Mannschaft.